PV-Pflicht für Parkplätze: Wie der Klimaschutz die Baugesetze verändert
Der Klimaschutz verändert die deutsche Baugesetzgebung grundlegend. Auf Bundes- und Landesebene wird aktuell intensiv über eine PV-Pflicht für Parkplätze und Neubauten diskutiert. Mehrere Bundesländer haben bereits neue Landesbauordnungen für nachhaltiges Bauen verabschiedet, die eine Photovoltaik-Pflicht für bestimmte Neubauten und Stellflächen vorsehen. Die PV-Pflicht für Parkplätze betrifft dabei vor allem gewerbliche Flächen ab einer bestimmten Mindestgröße und verpflichtet Eigentümer, Solaranlagen auf Parkplatz-Überdachungen, sogenannten Solarcarports, zu installieren.
Was bedeutet die PV-Pflicht für Parkplätze konkret?
Für Neubauten von Nichtwohngebäuden gilt eine wegweisende Vorschrift: Parkplätze müssen, sobald sie eine festgelegte Anzahl an Stellplätzen überschreiten, mit Photovoltaikanlagen überdacht werden – sogenannten Solarcarports. Die PV-Pflicht für Parkplätze betrifft dabei nicht nur gewerbliche Bauherren, sondern erstreckt sich auch auf Projekte von Privatpersonen und Gemeinden, die große Stellflächen planen. Ergänzend schreibt die neue Gesetzgebung vor, dass die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität auf Parkflächen ausgebaut wird: Mindestens jeder dritte Stellplatz muss für die Nachrüstung von E-Auto-Ladestationen vorbereitet sein. So verbindet die PV-Pflicht auf Parkplätzen erneuerbare Energieerzeugung direkt mit dem Ausbau der Elektromobilität.
Warum wird der Solarausbau auf neuen Parkplätzen zur Pflicht?
Deutschland muss seine installierte PV-Leistung bis 2040 auf über 400 GW vervierfachen. Dachanlagen und Freiflächen allein reichen dafür nicht. Parkplätze sind die dritte Kategorie: bereits versiegelte Flächen, die tagsüber Sonne abbekommen und keinen zusätzlichen Boden beanspruchen. Die Bundesländer nutzen deshalb ihre Bauordnungen, um diese Flächen für die Solarstromerzeugung zu mobilisieren. In Baden-Württemberg gilt die Pflicht ab 35 Stellplätzen, in Niedersachsen bereits ab 25. Der Trend zeigt klar nach unten: Die Schwellen werden in den kommenden Jahren sinken.
Gleichzeitig ist die PV-Pflicht wirtschaftlich kein Nachteil. Der erzeugte Solarstrom senkt die Betriebskosten vom ersten Tag an, dazu kommen Witterungsschutz und die Vorbereitung auf E-Ladeinfrastruktur. Über das Contracting-Modell lässt sich die Pflicht auch ohne eigene Investition erfüllen.
Die PV-Pflicht beschleunigt eine Entscheidung, die sich für die meisten Unternehmen ohnehin rechnet. Mein Rat: Nicht warten, bis die Pflicht greift, sondern jetzt handeln, solange die Fördertöpfe noch voll sind und die Auftragsbücher noch nicht überlaufen.
— Ingomar Jünger, Geschäftsführer SOPAGO GmbH, Wirtschaftsingenieur
Warum wird der Solarausbau auf neuen Parkplätzen zur Pflicht?
Die Klimaschutzziele erfordern eine massive Beschleunigung des PV-Ausbaus. Parkplätze sind bereits versiegelte Flächen mit großem Solarpotenzial, die ohne zusätzliche Naturzerstörung genutzt werden können. Die Bundesländer nutzen die PV-Pflicht als Instrument, um dieses Potenzial zu heben.

