Wer einen Solarcarport nachhaltig bauen will, steht früh vor einer Materialfrage: Holz, Stahl oder Aluminium. Anbieter beantworten sie meist so, wie es zur eigenen Fertigung passt. Stahlbauer nennen Recyclingquoten, Holzbauer nennen Kohlenstoffspeicherung. Beide haben recht, und beide erzählen nur die Hälfte.

Dieser Beitrag ordnet ein, was die Ökobilanz tatsächlich hergibt, welche Nachweise in einer Ausschreibung zählen und warum SOPAGO bei der Parkplatzüberdachung aus Holz und Stahl zugleich baut statt sich für eines von beiden zu entscheiden.

Kernaussage: Es gibt keine pauschal nachhaltigere Bauweise. Entscheidend ist, welches Material an welcher Stelle des Tragwerks eingesetzt wird und ob der Anbieter das mit einer Umweltproduktdeklaration belegen kann. Holz speichert Kohlenstoff über die gesamte Nutzungsdauer, Stahl bringt Tragfähigkeit bei kleinem Querschnitt. Die Hybridbauweise nutzt beides.

Holz, Stahl oder Aluminium: die drei Bauweisen

Ein Solarcarport besteht aus Stützen, einem Dachtragwerk und der Gründung. Die Module bilden die Dachhaut. Für das Tragwerk kommen in der Praxis drei Materialien infrage, jedes mit klaren Stärken.

KriteriumHolz (BSH)StahlAluminium
KohlenstoffSpeichert über NutzungsdauerEmission bei HerstellungHoher Energieeinsatz
RecyclingStofflich und energetischSehr hohe QuoteSehr hohe Quote
Tragfähigkeit je QuerschnittMittelHochMittel
KorrosionNicht betroffenFeuerverzinkung nötigNicht betroffen
PflegeaufwandLasur je nach AusführungGeringGering
OptikWarm, für KundenbereicheTechnisch, RAL-FarbenTechnisch

Die Tabelle zeigt bereits, warum die Frage „Holz oder Stahl“ selten eindeutig zu beantworten ist. Holz punktet beim Kohlenstoff und in der Wirkung auf Menschen, Stahl bei der Tragfähigkeit pro Querschnitt. Genau das macht Solarcarport Nachhaltig. Auf einem Parkplatz zählt beides: Die Stützen sollen schlank sein, damit Stellplätze nutzbar bleiben, und die Anlage soll in den Nachhaltigkeitsbericht einzahlen.

Solarcarport Nachhaltig Parkplatzüberdachung Photovoltaik
Parkplatzüberdachung Photovoltaik

Was die Ökobilanz wirklich sagt

An dieser Stelle wird in der Branche viel behauptet und wenig belegt. Der belastbare Maßstab ist die Umweltproduktdeklaration, kurz EPD. Sie beschreibt die Umweltwirkungen eines Bauprodukts über den Lebenszyklus, wird von unabhängiger Stelle geprüft und folgt den Normen ISO 14025 und EN 15804+A2. Genau deshalb eignet sie sich als Nachweis in öffentlichen Beschaffungsverfahren.

Der Punkt für Holz: Solarcarport Nachhaltig mit gespeichertem Kohlenstoff

Holz bindet während des Wachstums Kohlendioxid, und dieser Kohlenstoff bleibt im verbauten Holz gespeichert, solange das Bauwerk steht. Eine 2024 in der Fachzeitschrift Silva Fennica veröffentlichte Untersuchung beziffert den Gehalt von frisch geerntetem Nadelholz auf rund 734 Kilogramm CO₂ je Kubikmeter. Die Emissionen aus Ernte und Transport zum Sägewerk senken diesen Wert je nach Entfernung nur um wenige Prozent.

Für Brettschichtholz existiert eine branchenweite Umweltproduktdeklaration der Studiengemeinschaft Holzleimbau, veröffentlicht vom Institut Bauen und Umwelt. Damit lassen sich Holzbauteile in einer Gebäudeökobilanz sauber ansetzen, statt mit Schätzwerten zu arbeiten.

Der Punkt für Stahl: Kreislauf und Langlebigkeit

Auch der Stahlbau arbeitet mit geprüften EPDs, für Baustähle liegt eine eigene Umweltproduktdeklaration vor. Stahlhersteller weisen zudem darauf hin, dass Ökobilanzen den gesamten Lebenszyklus umfassen, einschließlich Rückbau und Recycling. Je nach Anwendung fällt der Vergleich dann durchaus zugunsten der Stahllösung aus.

Wer also liest, ein Material sei pauschal um ein Vielfaches besser als ein anderes, sollte nach der Systemgrenze fragen. Ohne Angabe, welche Lebenszyklusmodule betrachtet wurden, ist eine solche Zahl nicht überprüfbar. Wie wichtig die Nachhaltigkeit mit Solarcarports ist, finden Sie hier: Solarcarport Nachhaltig

Der oft übersehene Faktor: Bei einer Photovoltaik-Parkplatzüberdachung stammt der weitaus größte Klimaeffekt nicht aus dem Tragwerk, sondern aus dem Strom, den die Anlage über 30 Jahre erzeugt und der fossilen Netzstrom ersetzt. Das Material entscheidet über den Feinschliff der Bilanz, nicht über die Größenordnung.

Warum SOPAGO Holz und Stahl kombiniert

SOPAGO baut nicht entweder oder, sondern hybrid. Die tragenden Elemente bestehen aus feuerverzinktem Stahl, das Dachtragwerk aus Brettschichtholz. Diese Solarcarport-Holzkonstruktion für Gewerbeparkplätze verbindet die Vorteile beider Materialien, statt einen Kompromiss zu erzwingen.

  • Schlanke Stützen. Stahl trägt bei geringem Querschnitt. Bei der SopaBase 1 messen die Stützen 140 × 140 mm für PKW, dadurch bleiben die Stellplätze voll nutzbar.
  • Kohlenstoff im Dachtragwerk. Dort steckt das größte Holzvolumen, dort wirkt die Speicherung am stärksten.
  • Gründung ohne Beton. Schraubfundamente vermeiden Zement, den größten CO₂-Posten üblicher Gründungen, und sind rückstandslos entfernbar.
  • Gestaltung. Stahl in jeder RAL-Farbe, Holzlasur frei wählbar. Für Kundenparkplätze und kommunale Flächen ist das relevanter, als es zunächst klingt.
  • Rückbaubarkeit. Verschraubte Verbindungen statt vergossener Bauteile halten die Materialien am Ende der Nutzung trennbar.

Die technischen Details der Bauweise finden Sie auf der Produktseite zur SopaBase 1 aus Holz und Stahl.

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Was für den Nachhaltigkeitsbericht zählt: Solarcarport nachhaltig

Wer die Anlage in einem Nachhaltigkeitsbericht ausweisen will, braucht Zahlen, keine Adjektive. Drei Größen sind dafür relevant.

  1. Vermiedene Emissionen aus dem Stromertrag. Jede selbst erzeugte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom. Das wirkt direkt auf Scope 2 und ist der mit Abstand größte Posten.
  2. Gebundener Kohlenstoff im Tragwerk. Über das verbaute Holzvolumen und die EPD-Daten lässt sich der gespeicherte Kohlenstoff beziffern.
  3. Graue Energie der Konstruktion. Herstellung und Transport der Bauteile gehören auf die Gegenseite der Rechnung, sonst ist die Bilanz unvollständig.

[BITTE PRÜFEN: Falls SOPAGO auf Anfrage projektbezogene EPD-Daten oder eine Materialaufstellung für die Bilanzierung bereitstellen kann, ist das hier der stärkste Satz der ganzen Seite. Bitte nur aufnehmen, wenn es tatsächlich zugesagt werden kann.]

Wie sich diese Zahlen in die Berichterstattung einfügen, beschreiben wir im Ratgeber zum Nachhaltigkeitsbericht und zu den ESG-Kriterien im Mittelstand.

Parkplatzüberdachung aus Holz: worauf Sie in der Ausschreibung achten

Wenn Sie eine Parkplatzüberdachung aus Holz ausschreiben, entscheiden ein paar Formulierungen darüber, ob die Angebote vergleichbar sind.

AnforderungWarum sie wichtig ist
Brettschichtholz nach EN 14080Definiert Festigkeit und Ausführung, macht Angebote vergleichbar
Leistungserklärung nach EU-VO 305/2011Pflicht für das Bauprodukt, sonst nicht verwendbar
EPD oder ÖkobilanzdatenNur damit ist die Nachhaltigkeitsaussage überprüfbar
Verwendbarkeitsnachweis der ModuleÜber Stellplätzen zwingend, siehe Ratgeber zur Baugenehmigung
Korrosionsschutz der StahlteileFeuerverzinkung, entscheidend für die Lebensdauer
GründungsartSchraubfundament oder Beton, wirkt stark auf Bauzeit und Bilanz

Der vierte Punkt wird am häufigsten vergessen. Solarmodule über Stellplätzen gelten baurechtlich als Überkopf-Verglasung und brauchen einen eigenen Nachweis. Was das bedeutet, steht im Ratgeber zur Baugenehmigung für Solar-Parkplätze. Einen Überblick über alle Systeme gibt die Produktübersicht, das Gesamtthema behandelt die Seite zur Photovoltaik-Parkplatzüberdachung.

Die genannten Kennwerte stammen aus veröffentlichten Umweltproduktdeklarationen und Fachliteratur. Sie sind Orientierungswerte, keine projektbezogene Bilanz. Für eine belastbare Ökobilanz Ihres Vorhabens sind die tatsächlich verbauten Mengen und Produkte maßgeblich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)